标题:恩芩斯贝格尔 诗选 (德语、英语) 内容: Hans Magnus Enzensberger(1929 - 2022)The End of OwlsTrans. by Jerome RothengergI speak for none of your kind,I speak for the end of the owls. I speak for the flounder and whalein their unlighted house,for the seven cornered sea,for the glaciers they will have calved too soon raven and dove, feathery witnesses,for all those that dwell in the skyand the woods, and the lichen in gravel,for those without paths, for the colorless bogand the desolate mountains. Glaring on radar screens,interpreted one final timearound the briefing table, fingeredto death by antennas, Florida’s swampsand the Siberian ice, beastand bush and basalt strangledby early bird, ringedby the latest maneuvers, helplessunder the hovering fireballs,in the ticking of crises. We’re as good as forgotten. Don’t fuss with the orphans,just empty your mindof its longing for nest eggs,glory or psalms that won’t rust. I speak for none of you now,all you plotters of perfect crimes,not for me, not for anyone. I speak for those who can’t speak,for the deaf and dumb witnessesfor otters and seals,for the ancient owls of the earthVending MachineTrans. by Michael HamburgerHe puts four dimes into the slothe gets himself some cigarettesHe gets cancerhe gets apartheidhe gets a couple of far-away massacresHe gets more and more for his four dimesbut for a moment all the things disppearEven the cigarettes  He looks at the vending machineHe sees himselfFor a fleeting momenthe almost looks like a manThen very soon he is gone againit was just a fleeting momentsome kind fo sudden blissHe has disppearedhe is goneburied under all the stuff he got for his four dimesOld RevolutionTrans. by Michael HamburgerA beetle lying on its back. The old bloodspots are still on show in the museum. Decades playing dead. A sour smell form the mouth of thirty ministries. At the Hotel Nacional four deceased musicians are playing night by night the tango from ‘59:Quizas, quizas, quizas. By the murmur of a tropical rosaryhistory is taking a nap. Only those who long for toothpaste, light blubsand spaghetti are tossing sleeplesslybetween the damp bedsheets. A sleepwalker in front of ten microphonesis preaching to his tired island:After me nothing will follow. It is finished. The machine-guns glisten with oil. The shirts are sticky with cane-juce. The prostate has had it. Wistfully the aged warriorscans the horizon for an aggressor. There is no one in sight. Even the enemyhas forgotten about him. Optimistic Little PoemTrans. by David ConstantineNow and then it happensthat someboy shouts for helpand somebody else jumps in at onceand absolutely gratis. Here in the thick of the grossest capitlaismround the corner comes the shining fire brigadeand extinguishes, or suddenlythere's silver in the beggar's hat. Mornings, the streets are fullof people hurrying here and there withoutdaggers in their hands, quite equably after milk or radishes. As though in a time of deepest peace. A splended sight. Asphodelen Komisch, der Gnostikerim vierten Stockist immer noch wachEr klopft und klopftan das Heizungsrohr. Vor dem Fenster der Mobist verschwunden, und jetztfängt es auch noch zu schneien an. In der ganzen Stadtgibt es keine Schnürsenkel mehr. Das MG-Feuer im Bankenviertelhat nachgelassen. Aber es sind noch ein paarAsphodelen da, im Kühlschrank,für alle Fälle. Asphodels Translated by Rita Dove & Fred ViebahnOdd - the Gnosticon the fourth flooris still awake. He bangs and bangsagainst the radiator. The mob at the windowhas disappeared, and now,on top of it all, it's beginning to snow. The entire cityis out of shoelaces. The machine-gun fire in the financial districthas died down. But there are still a fewasphodels left, in the fridge,just in case. die hebammenin brausenden trauben schwärmen sie aus,wenn der morgen graut, kletternüber hecken und brücken behendund belagern die fernsten gehöfte. ire prallen glänzenden koffer drohnwie schwarze bomben, glimmendauf gletschern und bahnsteigen,mooren, hopfenfeldern und riffen. die müstern der ammen blähn sich vor gier:woes nach heissen handtüchern riecht,springen sie unverhofft querfeldein,drücken knurrend die türen aufund werfen sich über die betten. sie reissen ein fleisch zur welt,das wenig wiegt, ein weisses fleisch,das ein par dutzendmal überwintert:dann ist es hin, und sie zerrenans licht einen zornenschrei,der, wenn es mittag wird, schalltdurch die steinbrüche und ersticktin einem gewölk bleicher windeln. dann, gegen abend, sieht sie der mondbei ihren blutigen zangen und nadelnund scheren kauern, lahm, im moos,wie schlaflose raben, frösteln,starren in den weglosen kahlenstrassengraben der nahenden nacht. The MidwivesTrans. by Michael Hamburger in buzzing clusters out they swarmin the grey light of daybreak clamberlimberly over hedges and bridgesand lay siege to remotest homesteads. their taut and gleaming toolbags threatenlike black time-bombs, glimmeringon glaciers and railway platforms,on moors and hopfields and sandbanks. the midwives' nostrils distend with greed:wherever it smells of hot towelscross-country they skip unforeseen,push open doors with a growland hurl themselves at the bedsteads. into the world they ripflesh that weighs little, white fleshthat survives a few dozen winters:then it's done for; they dragto the light a furious roarwhich, towards noon, rings outthrough the quarries and fades away,choked in a cloud of pale napkins. later the moon sees them crouchover bloody forceps and needlesand scissors, lame, in the mosslike sleepless ravens, chilly,stare at the pathless blankditch of the oncoming night. Die VerschwundenenFür Nelly SachsNicht die Erde hat sie verschluckt. War es die Luft? Wie der Sand sind sie zahireich, doch nicht zu Sandsind sie geworden, sondern zu nichte. In Scharensind sie vergessen. Häufig und Hand in Hand,     wie die Minuten. Mehr als wir,doch ohne Andenken. Nicht verzeichnet,nicht abzulesen im Staub, sondern verschwundensind ihre Namen, Löffel und Sohlen. Sie reuen uns nicht. Es kann sich niemandauf sie besinnen: Sind sie geboren,geflohen, gestorben? Vermißtsind sie nicht worden. Lückenlosist die Welt, doch zusammengehaltenvon dem was sie nicht behaust,von den Verschwundenen. Sie sind überall. Ohne die Abwesenden wäre nichts da. Ohne die Flüchtigen wäre nichts fest. Ohne die Vergessenen nichts gewiß. Die Verschwundenen sind gerecht. So verschallen wir auch. Botschaft des Tauchersunter der silbernen glocke, hangendim tang, die maske vor dem gesicht,den elektrischen rüssel, angehalftertan runzligen nabelschnüren, taumelndim milchigen abgrund, alleinmit seinem herzen wie ein prophet,allein mit seinem schweiß im gegurgel:oben im licht macht die jury den todund den kultursalat an, jupiterverkauft sich unter den lampen,es jubeln posaunenchöre, überallpfeifen die schiedsrichter schonzum letzten elfmeter, die sendermorsen bullen zum harakiri:unten im dunkel in seiner rüstung,in seiner brennenden reuse schwebt,in der dünung der algen,saumselig, in seinen sielenaus kupfer und gummi, blind,der ruhmlose taucher, und ruftin das rauschende sprechgeschirr:CQ CQ an alle! an alle! ich bin auf dem grund allein,wo niemand recht hat von unsund von euch, vernäht in mein ende:die stumme muschel hat rechtund der herrliche hummer allein,recht hat der sinnreiche seestern. ich wiederhole: laßt ab,laßt ab von uns und von euchund von mir! kurz-kurz-kurzlangkurz-lang Der Untergang der Titanic - Erster GesangEiner horcht. Er wartet. Er hältden Atem an, ganz in der Nähe,hier. Ersagt: Der da spricht, das bin ich. Nie wieder, sagt er,wird es so ruhig sein,so trocken und warm wie jetzt. Er hört sichin seinem rauschenden Kopf. Es ist niemand da außer dem,der da sagt: Das muß ich sein. Ich warte, halte den Atem an,lausche. Das ferne Geräuschin den Ohren, diesen Antennenaus weichem Fleisch, bedeutet nichts. Es ist nur das Blut,das in der Ader schlägt. Ich habe lang gewartet,mit angehaltenem Atem. Weißes Rauschen im Kopfhörermeiner Zeitmaschine. Stummer kosmischer Lärm. Kein Klopfzeichen. Kein Hilfeschrei. Funkstille. Entweder ist es aus,sage ich mir, oder es hatnoch nicht angefangen. Jetzt aber! Jetzt:Ein Knirschen. Ein Scharren. Ein Riß. Das ist es. Ein eisiger Fingernagel,der an der Tür kratzt und stockt. Etwas reißt. Eine endlose Segeltuchbahn,ein schneeweißer Leinwandstreifen,der erst langsam,dann rascher und immer rascherund fauchend entzweireißt. Das ist der Anfang. Hört ihr? Hört ihr es nicht? Haltet euch fest! Dann wird es wieder still. Nur in der Wand klirrtetwas Dünngeschliffenes nach,ein kristallenes Zittern,das schwächer wirdund vergeht. Das war es. War es das? Ja,das muß es gewesen sein. Das war der Anfang. Der Anfang vom Endeist immer diskret. Es ist elf Uhr vierzigan Bord. Die stählerne Hautunter der Wasserlinie klafft,zweihundert Meter lang,aufgeschlitztvon einem unvorstellbaren Messer. Das Wasser schießt in die Schotten. An dem leuchtenden Rumpfgleitet, dreißig Meter hochüber dem Meeresspiegel, schwarzund lautlos der Eisberg vorbeiund bleibt zurück in der Dunkelheit. 发布时间:2026-06-21 12:14:37 来源:奇闻网 链接:https://www.qiwentop.com/lishi/25078.html